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24.09.2019 01:06

Sind Rheinland-Pfälzer Vorsorgemuffel?

Meiden Rheinland-Pfälzer den Zahnarztbesuch? Der BARMER Zahnreport legt das nahe. Zahlen der KZV Rheinland-Pfalz bestätigen das allerdings nicht.

Von: KZV Rheinland-Pfalz

Zum wiederholten Mal gibt der Zahnreport der BARMER Aufschluss über die zahnärztliche Versorgung in Deutschland und beleuchtet dabei auch das Verhalten der Deutschen beim Zahnarztbesuch. Rheinland-Pfalz liegt dabei seit Jahren unter dem Bundesdurchschnitt. Laut aktuellem Report nahmen im Jahr 2017 68,5 Prozent der Rheinland-Pfälzer mindestens einmal auf dem Behandlungsstuhl Platz, im Bundesschnitt waren es 71,5 Prozent. Nur im Saarland und in Bremen suchten noch weniger Menschen einen Zahnarzt auf.

Unter dem Schnitt blieben die Rheinland-Pfälzer zudem bei der Vorsorge. So nahmen nur 47,5 Prozent Prophylaxeleistungen in Anspruch (Bund: 51,4 Prozent). Vor allem bei den Kindern in Rheinland-Pfalz gibt es nach Aussage der BARMER Nachholbedarf. Lediglich ein Drittel der Kinder (33,4 Prozent) zwischen dem 30. und 72. Lebensmonat suchten für Früherkennungsuntersuchungen (Bund: 35,9 Prozent) den Zahnarzt auf, 62,9 Prozent der 6- bis 17-Jährigen für die Individualprophylaxe (Bund: 65,9 Prozent).

Sind Rheinland-­Pfälzer also Zahnarztmuffel, so wie es die BARMER selbst schon in Presseinformationen provokant formulierte? "Vielleicht sind manche Rheinland­-Pfälzer Morgenmuffel, aber Zahnarzt­ oder gar Vorsorgemuffel sind sie nicht", widerspricht Dr. Peter Matovinovic, Vorstandsvorsitzender der KZV Rheinland-Pfalz. Zum einen sei es sehr ambitioniert von der BARMER, von den eigenen Versicherten auf das Mundgesundheitsverhalten aller Rheinland-Pfälzer zu schließen. Die Krankenkasse versichert rund 14 Prozent der gesetzlich Versicherten in Rheinland-Pfalz.

Eine Frage der Leistung: 01 statt FU
Zum anderen deckten sich die Zahlen des Zahnreports nicht mit den Abrechnungsdaten der KZV Rheinland-Pfalz. Beispielhaft nennt Matovinovic die Inanspruchnahme der Früherkennungsleistungen (FU) von Kindern. Nach KZV-Auswertungen waren 56 Prozent der 3-Jährigen, 65 Prozent der 4-Jährigen und 76 Prozent der 5-Jährigen im Jahr 2017 mindestens einmal beim Zahnarzt – also deutlich mehr als das veröffentlichte Drittel der BARMER. Zwar beziehen sich die Zahlen auf alle rheinland-pfälzischen Kinder, da der KZV keine exakte Anzahl der BARMER-versicherten Kinder dieses Alters vorliegt. Doch Matovinovic sieht auch die BARMER in dieser Größenordnung. Als Grund für die Diskrepanz vermutet er, dass die Krankenkasse lediglich die abgerechneten Früherkennungsuntersuchungen FU1 bis FU3 für den Zahnreport herangezogen hat. "Wir wissen jedoch mithilfe der Abrechnungsdaten, dass statt einer FU sehr häufig die zahnärztliche Kontrolluntersuchung 01 bei den kleinen Patienten durchgeführt wird." Nicht vergessen will Matovinovic die Gruppenprophylaxe, bei der Kinder durch den Besuch des Zahnarztes in der Kindertagesstätte und in der Schule betreut werden und die auch wesentlich auf das Präventionskonto einzahlt. Ähnlich ordnet er ein, dass insgesamt nur 47,5 Prozent der BARMER-Versicherten zur Zahnprophylaxe gehen. Vermutlich sei nur die jährliche Zahnsteinentfernung berücksichtigt worden, nicht jedoch die routinemäßige Kontrolluntersuchung.

Insgesamt stellt der KZV-Vorstand den Rheinland-Pfälzern ein gutes Mundgesundheitszeugnis aus. "Unseren Abrechnungsdaten zufolge sind zuletzt rund 80 Prozent der BARMER-Versicherten mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt gegangen. Diese Zahlen decken sich mit den Werten für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung." 84 Prozent aller Rheinland-Pfälzer nähmen mindestens einmal im Jahr auf dem Behandlungsstuhl Platz.

Katrin Becker, KZV Rheinland-Pfalz

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