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22.11.2016 00:27

Gesundheitskarte für Asylbewerber in Trier: "Ein längst überfälliger Schritt"

Von: KZV Rheinland-Pfalz

Trier will als erste Kommune in Rheinland-Pfalz die elektronische Gesundheitskarte (eGK) für Asylbewerber einführen. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) Rheinland-Pfalz begrüßt diese Entscheidung.

"Die Einführung der eGK für Asylsuchende ist ein längst überfälliger Schritt. Wir hoffen, dass die Entscheidung des Stadtrates in Trier ein Signal setzt und weitere Kommunen in Rheinland-Pfalz nachziehen", sagt Sanitätsrat Dr. Helmut Stein, Vorstandsvorsitzender der KZV Rheinland-Pfalz.

Die KZV Rheinland-Pfalz hat sich frühzeitig in Beratungen mit der Landesregierung und den Krankenkassen für die Einführung der eGK für Asylsuchende stark gemacht. Die Karte entlaste nicht nur die Kommune erheblich von Verwaltungsaufwand, der bisher durch die Ausgabe von Behandlungsscheinen entstanden ist. Auch die Patienten und die behandelnden Zahnärzte profitierten, sagt Stein. "Zahnärzte können Patienten in Trier nun schnell und unkompliziert Hilfe leisten – unabhängig von den Öffnungszeiten des Sozialamts, sondern immer dann, wenn diese gebraucht wird."

Einheitlicher Leistungskatalog für Asylbewerber
Stein wirbt zudem für einen landesweit einheitlichen Leistungskatalog für Patienten, die nach dem Asylbewerberleistungsgesetz versorgt werden. Das Gesetz werde derzeit von den Kommunen sehr unterschiedlich ausgelegt. "Sowohl Patienten und zuständige Behörden als auch wir Zahnärzte wissen häufig nicht, wie die Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz umgesetzt werden soll", kritisiert Stein und fordert: "Wir brauchen Rechtssicherheit und Rechtsklarheit."

Die KZV Rheinland-Pfalz hat bereits im vergangenen Jahr einen Leistungskatalog für die zahnmedizinische Versorgung von Asylbewerbern erarbeitet. Dieser definiert die Befund- und Therapiemöglichkeiten. Dabei geht er über die Behandlung von akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen hinaus und sieht Leistungen der Zahnvorsorge und der Zahnerhaltung insbesondere für Kinder und Jugendliche vor. Der Leistungskatalog wurde den Kommunen über das Gesundheitsministerium zur Entscheidung vorgelegt.

Pressemeldung als PDF (39 KB)

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